Sankt Martin – Eindrücke vom Umzug 2018

Während sich im Garten die Erwachsenen mit ihren Kindern und Enkeln versammeln, während letzte Handgriffe den Einsatz der zum größten Teil selbstgebauten Laternen sicher stellen soll, bereiten sich auf der Straßenseite des Zwergennests unsre großartigen Helfer vor. Die Feuerwehr, die uns wie jedes Jahr ein sicheres Geleit über die viel befahrenen Straßen von Tengern bereitet. Die Musiker, die den gesamten Umzug hindurch den Ton angeben oder unser Sankt Martin, hoch zu Roß.

Dann kann es endlich losgehen. Der Umzug auf den sich die Kinder so lange schon vorbereitet haben. Und es ist ein ganz ordentliches Stück Weg, das die meisten kleinen Tapfer selbst zurücklegen.

Am Ende des Umzuges versammeln sich wieder alle im Garten, drängen sich dicht an die Zäune. Alles bestaunt die Schlüsselszene. Sankt Martin hilft dem armen Bettler und gibt ihm die Hälfte seines Umhanges. Selbstloses Teilen, Empathie, diese Szene bietet so viel Lernstoff für die Kleinen, das sie sich auch im nächsten Jahr wieder darauf freuen werden.

Zum Abschluss das Beisammensein, Teilen des Martinsbrotes. Für den Einen oder Anderen ist es jetzt auch schon ganz schön spät.

Danke an alle Beteiligten

„Er ist jetzt im Tierhimmel“ Tod eines kleinen Maulwurfs

Im Zwergennest-Alltag begegnet uns der Tod von Tieren immer wieder. Teils in der Auseinandersetzung mit verstorbenen Haustieren oder verstorbenen Tieren, die wir in unserem Außengelände oder auf unserem gepachteten Naturgrundstück im Dorf finden.

Heute finden wir einen kleinen Maulwurf.

Wir diskutieren lebhaft, wie/woran er gestorben ist, da wir keine Verletzung sehen. Wir überlegen:

  • Vielleicht war er schon sehr alt.
  • Er hat eine Verletzung, die wir nicht sehen können.
  • Vielleicht einen Unfall oder eine schlimme Krankheit.

Wir wissen es nicht.

In dieser Auseinandersetzung mit den Ursachen des Todes erzählen die Kinder von Zuneigung, Freundschaft, schweren Verletzungen, Krankheiten, Sterben und Abschied. Es wird deutlich, dass sie mit dem kleinen Maulwurf nicht die gleiche Verbundenheit verspüren, wie zu ihren Haustieren, die sie oder andere schon verloren haben. Dennoch ist es den Kindern wichtig, Abschied zu nehmen. Wir klären die Frage, wie wir den Abschied vom kleinen Maulwurf gestalten wollen.

„Er ist jetzt im Tierhimmel“, meinen unsere Kinder einhellig.

Im Zwergennest angekommen zeigen wir den Kindern ein Bilderbuch:
„Die besten Beerdigungen der Welt“. Von Ulf Nilsson aus dem Beltz Verlag.

In einer dialogischen Bilderbuchbetrachtung können wir unser Erlebtes nochmal aufarbeiten.

Je mehr Liebe man gibt, desto mehr besitzt man davon.

In verschiedenen Kulturen wird die Mutter seit Jahrhunderten geehrt. In Deutschland ursprünglich eine Idee der deutschen Blumengeschäftsinhaber wurde er 1922/23 mit Plakaten „Ehret die Mutter“ etabliert und als Tag der Mutterwünsche gefeiert. (Quelle: wikipedia.de/muttertag)

Doch wenn es schon so einen Tag gibt, können wir ihn auch nutzen – und zwar pädagogisch und ein bisschen für’s Mutterherz.

Bisher wurde der Muttertag im Zwergennest in großer Runde gefeiert. Die Erweiterung um eine 3. Gruppe und mehr Elternteilen erforderte eine Anpassung an die Räumlichkeiten. Also ist jeder Tag ein Muttertag. Und manchmal auch ein Vatertag. So durfte heute Josts und Merles Papa zu Besuch kommen.

Die Vorbereitungen laufen also mehrmals in der Woche und geht so los: „Was mag meine Mama/mein Papa zum Frühstück? Wie sieht der Joghurt aus, den sie oft aus dem Kühlschrank nehmen. Wie mag sie ihr Frühstücksei? Welche Teesorte trinkt sie am liebsten?“

Sich liebevoll in die Gedanken- und Gefühlswelt eines anderen hineinversetzen ist eine Herausforderung und eine machbare Aufgabe für das Kindergartenkind. Rainer Maria Rilke sagte: „Je mehr Liebe man gibt, desto mehr besitzt man davon.“

Beim Einkaufen, schmücken, backen oder schnibbeln kommen viele Fragen auf und auch Erinnerungen an Geschehnisse mit Mama oder Papa.

Das Vorbereitete dann endlich übergeben zu dürfen, ist das Größte, denn die Freude der Mütter ist echt und ehrlich und bei den Kindern spürbar. „Ich habe es geschafft, das Mama oder Papa sich so sehr freuen“, das ist Selbstwirksamkeit und eine kleine intensive Begegnung zwischen Mutter oder Vater und Kind. Ein Augenblick, wo die Eltern die volle Achtung des Kindes genießen. Und wir anderen? Haben auch etwas davon. Denn wir dürfen teilhaben an den Momenten der Freude und Stolz von Eltern und Kind.

Viel mehr verraten wir jetzt auch nicht mehr, denn schließlich ist jedes Elternteil anders und es soll ja auch eine Überraschung sein. Nur soviel: Es wird lecker, blumig und melodiös. Und Taschentücher solltet ihr bereithalten.

Ihr schafft das, wir denken an Euch!

„Ihr schafft das!“
„Wir denken an Euch“
„Ihr braucht keine Angst zu haben“

Konkret können wir den Kindern in Thailand, die Im Juli viele Tage in einer Höhle gefangen waren, dieses nur zurufen. Aber das haben wir aus vollem Herzen und mit Inbrunst gemacht. Es lau in die Welt gerufen. Mitgefühl gegenüber Menschen entwickeln, die von uns räumlich entfernt und anonym sind, ist für unsere Kinder, in unserer globalen Welt immer wichtiger geworden. Weiterlesen „Ihr schafft das, wir denken an Euch!“