Ich habe da eine gute Idee!

„Was hätte ich nicht alles verstehen können, wenn man es mir nicht erklärt hätte.“

Projekt: Baucamp

Was ist ein Baucamp?

Junge Studierende können in ihren Semesterferien ein Baucamp durchführen. Dies wird nur bei gemeinnützigen Institutionen angeboten.

Welche Projekte sollen erarbeitet werden? Lehmofen, ein Boden im Tipi, eine Rundbank um einen Baum herum, eine Wasserpumpe, ein Gemüsegarten u.v.m.

Gemeinsam mit den Kindern überlegen wir, welche Dinge uns wichtig auf der Obstwiese wichtig sind und wie wir uns vor Ort selbst ernähren könnten.

Projekt: Obstwiese

Den Umgang mit der Natur erlernen. Schützen, was man kennt. Und vor allem: Ab auf die Wiese. Das sind die Ursprungsideen, als eine unbenutzte und verwilderte Fläche als Zwergennest-Obstwiese ins Auge gefasst und dann auch gleich in Beschlag genommen wird.

Denn wo lässt es ich herrlicher Kind sein, als auf einer nicht urbar gemachten Fläche, die völlig frei von Planung und Struktur ist. Auf der wir alles finden, was wir brauchen: Essen und Wetterschutz, Feuer und Wasser.

Seit 2013 ackern und ernten, fällen und feuern wir an der Obstwiese der Tengeraner Schweiz.

Projekt: Turmbau

Im Bauzimmer des Zwergennests gibt es eine Vielfalt an natürlichen Bauutensilien, die von den Kindern ertastet, erfahren und erlebt werden können. An den Wänden hängen Bilder von architektonischen Kuriositäten, wie dem Schiefen Turm von Pisa oder den Gaudì­Bauten in Barcelona, die den Kindern als
Inspirationen für ihre eigenen Konstruktionen dienen können. Denn hier darf alles gebaut und mit Schräge und Höhe experimentiert werden.

Landessieger sind wir 2013 beim Preis zum „Haus der kleinen Forscher“ mit unserem Turmbauprojekt geworden. Sogar der WDR hat uns besucht und einen Film gedreht.

WDR Lokalzeit 2014

Projekt: Scheren

Unsere alten Scheren sind hin, da müssen neue her.

Beim Auspacken bemerken wir, dass die neuen Scheren nicht nur sehr scharf sind (hurra!), sondern auch ganz anders aussehen als die alten. Stellt sich die Frage: Was kann die neue Schere noch. Und warum heisst eine Schere eigentlich „Schere“ oder ein Schneider „Schneider“?

Die Auswahl in den Elternhaushalten ist großartig: Scheren für Spaghettis, zum Blech schneiden, zur Nagetierpflege aber auch eine Efilier- und Kräuterschere ist dabei.

Viele Fragen sind noch offen: Wieviele Teile hat eine Schere? Was ist eine Vorhangschere? Gibt es ein Märchen mit Scheren? Warum heissen Schneider Schneider?

Wir finden es heraus. Denn wir haben Zeit.

Projekt: Werkstatt für Gabelstapler und co

Unser Bauzimmer verwandelt sich, Tag für Tag mehr, in eine Autowerkstatt.  Der Grund hierfür, eine feste Kindergruppe interessiert sich besonders für Fahrzeuge.

Anekdote:

Knut entdeckt, dass die Seiten unseres Bollerwagens herausnehmbar sind. Er untersucht unsere Scheune nach weiteren Fahrzeugen. Und wird fündig. Er kombiniert den Bollerwagen mit einem weiteren Fahrzeug, und es entsteht ein fünf rädiges Automobil. Maximilian staunt und möchte auch ein Auto bauen.

Aktivität:

  1. Autowerkstatt im Bauzimmer“

Eine Woche beobachten wir die Interessen der Kinder. Sie bespielen die Holzfahrzeuge, indem sie Fahrzeugstrecken bauen. Es zeichnet sich eine feste Interessengruppe von acht Kindern heraus, und gemeinsam entscheiden wir in einem Morgenkreis eine Autowerkstatt einzurichten.

„Habe alle Fahrzeuge einen Auspuff?“

„Sehen alle Autos gleich aus?“

„Woran erkennt man ein Auto?“

„Wie unterscheiden sich unsere Fahrzeuge im Bauzimmer von echten Fahrzeugen?“

„Welche Spuren hinterlassen die Reifen? Sehen alle gleich aus?“

Viele Fragen werden diskutiert untereinander beantwortet oder ausprobiert. Unsere Holzfahrzeuge brauchen dringend eine Überholung. Wir schleifen, bohren, hämmern und schrauben täglich, aber immer wieder kommen wir handwerklich an unsere Grenzen.

  1. Reparieren statt neu kaufen

Wir richten zusätzlich eine „Repair-cafe“ ein und laden Großeltern und Eltern ein, gemeinsam mit Kindern zu handwerkeln. Leider haben wir noch niemanden gefunden, der bei uns vor Ort unsere Fahrzeuge reparieren möchte, aber etliche wurden mit nach Hause genommen und dort repariert.

  1. Highlight „Autowerkstatt Maurer“ in Büttendorf

Der Besuch bei einer Autowerkstatt gibt uns zahlreiche Impulse; besonders die Grube fasziniert uns. „Wir brauchen auch eine Grube“, meinen einige „aber wir können doch kein Loch in den Teppich graben“ andere. Es folgt ein schlaflose Nacht mit Grübeln darüber, wie wir das umsetzen wollen.

  1. Wir können doch kein Loch in den Teppich graben!“

 Am kommenden Tag steht der Grubenbau unweigerlich als zu lösende Aufgabe an. Wir Erzieher sind zurückhaltend, haben noch keinen Idee, wie wir es umsetzen könnten. Ohne Grübelei, frisch an Werk, bauen unsere Kinder ein Grube. Manchmal kann es so einfach sein.

  1. Waschanlage und Reifendiensten

Mittlerweile nimmt unsere Werkstatt formen an. Die Kinder versinken in ihren Rollenspielideen. Die zahlreichen Impulse und Eindrücke erweitert und inspiriert sie in ihrem Spielverhalten, Waschanlagen, Reifendienst, Reparaturdienste werden aufgebaut, immer wieder verändert und /oder erweitert.

  1. Neufahrzeug

Große Kartons inspirieren uns ein Auto zu bauen, in das man sich hineinsetzen kann. Tagelang nimmt uns die Gestaltung in Anspruch und mit vielen Details wird das Fahrzeug ausgestattet.

Unsere Ziele

In den kommenden 5 Wochen möchten wir im Bauzimmer durch das gemeinsame, themenbezogene Spielen mit „Fahrzeugen“, dass die beteiligten Kinder ihren alltagsgerechten Wortschatz mit neuen Wörtern erweitern, indem sie Begriffe in einen Zusammenhang stellen, sich erinnern, kleine Geschichten/Erlebnissen in der Beschäftigung mit Fahrzeugerlebnissen lebendig erzählen, und/oder ihr Wissen rund um Fahrzeuge anderen Kindern oder Erwachsenen mitteilen und in einer Wörtersammlung /und Zeichnungen festhalten. Durch den 2-maligen Besuch in einer Werkstatt wollen wir das Sachwissen der Kinder sprachlich erweitern und festigen und ihr Wissen danach zeichnerisch festhalten. Die beteiligten Kinder machen vertiefende Erfahrungen mit der Säge, Bohrer, Schleifpapier, Hammer, Leim, Materialien für den einfachen Stromkreis u. v. mehr, indem sie Fahrzeuge reparieren und wieder bespielbar machen, Spielzeugfahrzeuge mit neuen Fahrzeugteilen versehen,(z.B. beleuchten) Fahrzeuge bauen und fotografieren/basteln und in ihr Spiel mit einbeziehen. Hierbei sollen Experten, Automechaniker, mit einbezogen werden. Das Kind vertieft spielerisch sein Sachwissen im Bereich Fahrzeuge, indem wir sie genau betrachten, benennen, reparieren, tüfteln, ergänzen um wesentliche Merkmale, und vieles mehr. Durch den Besuch einer Werkstatt wird das technische Wissen erweitert und die Anregungen aus dem Besuch ins Spiel transportiert. Das Kind prägt sich einen wertschätzenden Umgang mit den Materialien im Bauzimmer ein, indem wir gemeinsam mit ihnen und ihren Eltern/ Großeltern (Repair-Cafe) schadhafte Fahrzeuge reparieren und sorgsam damit umgehen. Das Reparieren im Freispiel erleben die Kinder täglich. Der kreative Umgang, die neuen Spielideen und das Spielverhalten zeigen, dass wir das Ziel erreicht haben.

Didaktischer Kommentar  

Es handelt sich um ein prozess- orientiertes Ziel. Durch den Austausch in der Kleingruppe üben sich die Kinder darin, Gefühle und Bedürfnisse zu benennen, ihr/e Ideen/Wissen den Anderen mitzuteilen und Kontakt mit anderen aufzunehmen. Durch die wiederholenden Bewegungsabläufe lernen die Kinder dies zu koordinieren, indem sie beim Bauen, Schrauben, Schneiden, Kleben ihre Feinmotorik schulen und die Handhabung von Werkzeugen vertiefen oder kennenlernen. Wir möchten das die Kinder Technik kennenlernen, indem sie Material und Werkzeug benutzen.

Das Projekt spricht eine feste Gruppe Kinder an und wird im Rahmen des Freispiels umgesetzt. Die Kinder können einerseits ihren eigenen Interessen und Ideen nachgehen, andererseits haben die verschiedenen Impulse viel Bildungspotenzial in den Bereichen: Mathematik, Technik, Handwerk Kommunikation. Die Feinmotorik und die Zusammenarbeit, sowie Gruppenfindung für neue Kinder können wir unterstützen.

Die Kosten für das Projekt können wir mit Eigenmittel finanzieren. Es entstehen Kosten für Literatur,-Fach und Bilderbücher, Besichtigungen, Werkzeugerneuerungen, Anschaffung von drei“ Limonsinchen“, Kosten für die Dokumentation und Verbrauchsmaterialien. Darüber hinaus haben wir durch die Reparaturen viel Geld eingespart, da Eltern unsere teilweise 20 Jahre alten Holzfahrzeuge professionell reparieren konnten. Wir hoffen, für Eltern und Kinder eine gutes Vorbild zu sein, sie ermuntert zu haben, langlebiges Holzspielzeug anzuschaffen, das man immer wieder reparieren kann, und einen besonderen Wert -hat im Gegensatz zum Plastikspielzeug.

Ein wertvoller Beitrag zur Nachhaltigkeit