Denn wir finden Steine wertvoll. Unser Naturbedürfnis draußen zu sein nutzen wir, um Steine zu sammeln und mit ihnen verschiedenste Erlebnisse zu haben.

Im aktuellen Krippenprojekt – also mit unseren kleinsten Kindern – geht es um Naturerfahrungen. Wir nehmen die Steine spielerisch wahr, wir entdecken sie, suchen sie, gestalten sie. Natürlich gehen wir zunächst raus und suchen Steine. Da können wir bereits unterscheiden: Klein und Groß, Schwer und Leicht, Eckig und Rund, Weich und Hart. Der Stein bietet noch mehr: Wir können musizieren, ihn anmalen, ihn exakt betrachten, auf ihn klettern und, und, und.

 

Huckleberry Finn und nasse Füße

Wir wollen ja ein Floß bauen und haben dafür Weidenzweige beschafft. Jetzt bearbeiten wir die Weidenzweige und binden sie gut zusammen, denn das Floß soll mindestens zwei Kinder bis ans Meer tragen.

Mads Fiete ist so begeistert, dass er seine Eltern überzeugt, ein gutes Segeltuch von zu Hause mitzubringen und so haben wir ein richtiges Segelfloß, denn der Wind kann uns helfen, voran zu kommen.

Wir haben einen Heidenspaß und am Ende auch nasse Füße. Zum Glück können wir uns am Feuer wärmen. Mal sehen, was aus der Forellenfangstation geworden ist. (unter uns: Angeln ist natürlich in dem Bach nicht erlaubt, der Fang einer Forelle – die nicht in dem Bach vorkommt – mit einer Weidenrute ist zu 99,9 % unwahrscheinlich)

 

 

Materialbeschaffung. Spielerischer Ernst – jetzt haben wir die Definition.

Genau das ist es. Kinder möchten ihre eigenen, selbst erfundenen und entdeckten Wege beschreiten. Erinnert ihr euch noch an eure Eltern? „Zieh‘ dich warm an!“, „Komm‘ nicht zu spät.“, „Mach‘ dies, lass jenes.“ Zur Entwicklung eines jeden benötigt es Freiheit, auf eigenen Wegen gehen zu dürfen.

Natürlich ist diese Freiheit altersgemäß gestaltet und somit stets pädagogisch begleitet. Es ist ein Spagat zwischen loslassen und leiten, wie ihn jedes Elternteil täglich bewältigen muss. Also stellen wir uns die Frage:

„Wie viel Raum für die eigenen Entdeckungen kann ich den Kindern geben?“

Nehmen wir als Beispiel die Absperrung der Straße beim Weidenbaum schneiden. Wir könnten es auch als Selbstwirksamkeit definieren. Natürlich nehmen wir eine wenig befahrene Straße in einem Wohngebiet, aber dennoch fahren Autos an uns vorbei.

Für das Weidenbaumschneiden hätten ein paar Warnpylonen gereicht, um die Autofahrer auf Bewegung am Straßenrand aufmerksam zu machen. Doch mit Übertragung der Aufgabe an die Kinder haben sie ihre eigenen Entscheidungen getroffen und entscheiden: Wir sperren die ganze Straße und zwar richtig. Mit Pylonen, Warnwesten und einem Seil. Es wird der zur Verfügung stehende Freiraum genutzt, um der Welt auf ihre eigene Weise zu begegnen.

Also: der Verkehr wird lahm gelegt.

Die Kinder organisieren sich selber, sprechen sich ab und handeln selbsttätig. Da heißt es für uns, sich stark zurück nehmen, überflüssig werden, keine Kommentare abgeben und vor allem uns nicht einmischen. Unsere Rolle ist in dem Fall nur: Beschützer. So werden die Grundkompetenzen, die sie zum Leben brauchen, ausgebildet. Diese Grundhaltung zieht sich durch die gesamte Aktion Forscherschule Obstwiese, beim Teekochen, Tischdecken, Feuer machen, Floß bauen und allen anderen Aktionen. Um dieses Gefühl erfahrbar zu machen, können Eltern und Interessierte natürlich nach Absprache hospitieren.

 

Unsere Schneespinne

Lisa hat draußen mit den Kindern eine Schneespinne gebaut und dicke Spinnenbeinenbrötchen gab es heute zum Frühstück. Eine Spinne wird noch gebacken.

 

Unser Schatz dort draußen. Obstwiese wird Forscherwiese

s geht wieder los.

Bis auf weiteres ziehen wir, gerüstet mit allem was wir so brauchen, wieder raus aus dem Haus in die Natur. Unser Ziel: die Zwergennest-Obstwiese.

Martina, Lisa und unsere sieben Vorschulkinder versuchen, bildlich gesprochen, den Schatz zu heben. Und wie ihr richtig vermutet, hat unser Sc hatz alles außer Goldstücke.

Was ist der Schatz für uns und die Kinder?

Schon nach fünf Besuchen der Wiese können wir ihn bereits deutlich erkennen. Denn dieses Fleckchen Erde stellt einen maßgeschneiderten Entwicklungsraum für unsere Kinder dar. Wir dürfen zitieren aus „Wie Kinder heute aufwachsen.“ Von H. Renz-Polster und Gerald Hüther, denn die beiden haben es wunderbar auf den Punkt gebracht:

Zitatanfang „Die Natur ist eine Erfahrungswelt, die genau auf die Bedürfnisse der Weltentdecker zugeschnitten ist. Hier können sie ihr Segel setzen. Hier bläst der Wind, den sie für ihr Gedeihen brauchen. In der Natur können sie wirksam sein. Hier können sie sich auf Augenhöhe selber organisieren. Hier können sie ihr Fundament bauen. Zeit in der Natur ist Entwicklungszeit.“ Zitatende.

 

Was macht die Kuh im Kühlschrank?

Kontinuierlich bearbeiten wir das Sternsingerthema. Dem Wasser nähern wir uns als Ressource und Energie an. Damit ein abstraktes Wort „Ressource“ greifbar wird, entscheiden wir uns für ein Beispiel aus unserem direkten Umfeld, unser Zuhause.

Wir fragen uns, wo es überall Wasser gibt und wofür es genutzt wird. Wie kommt das Wasser in die Toilette und wohin fliesst es? Mit Riesenkartons haben wir dann eine Toilette und die angrenzende Kanalisation nachgebaut und hatten und haben einen Heidenspaß. Am meisten lachen wir, wenn der Deckel aufgemacht wird und jmd. ruft: „Puh, hier stinkt’s.“

 

Gut zu wissen: Weiteres zu dem Thema: „Was macht die Kuh im Kühlschrank?“ Leuchtpol Verlag, Susanne Schubert. oder auch unter: www.kuhimkuehlschrank.de

 

Ixibixi – Spinne

Kleine Kinder interessieren sich meist schon sehr früh für Krabbeltiere. 

Um das Interesse zu erhalten und auch bei diesem Thema alle Sinne anzusprechen, haben wir uns Inhalte überlegt, die ganzheitliches Lernen umfassen.

 

Was wir bisher gemacht haben:

* Mehrere Ausflüge, um eine Spinne zu suchen und zu finden

* Ein „Spinnenhaus“ einrichten, sie wohnt jetzt in einem Terrarium im Bauzimmer .

* Unsere Kuscheltierspinne Ixibixi genau untersuchen

* Eine Spinne tonen und ihr ein Zuhause geben

* Bilderbuch erleben „Die kleine Spinne spinnt und schweigt“

Demnächst soll es auch Spinnenbrötchen geben, mal sehen, wie die schmecken.

 

Kostbare Schätze

Wer hat noch eine Oma oder Uroma zu Hause, die das Geschenkpapier nach Benutzung bügelt und Schleifenband wiederverwendet? Wie kann ich den Wert vieler alltäglicher Dinge einschätzen, die wir oft nur einmal benutzen und dann wegwerfen?

Der Januar schreitet voran und die Weihnachtszeit geht auch bei uns zu Ende. Mit klassischer Weihnachtsmusik schmücken wir unseren Baum ab, bügeln und wickeln Schleifenband auf, heften Lichterketten fest und sortieren. Den der Schmuck ist für uns sehr kostbar und soll noch viele Jahre halten und viele Kinder beglücken.

 

Merle erklärt mir den Ablauf so: Also, eine Erzieherin legt da so ein Tuch hin, extra, und dann sortieren wir den Schmuck nach Farben oder Größen und Finja und Feline können auch mitmachen.

Die immer neu und anders gestalteten Mandalas aus Weihnachtsschmuck werden stolz betrachtet und bestaunt. Und heute findet das Plünderfest statt.