Schulanfänger im MartA

„Risse in der Wirklichkeit“ von Gavin Turk und Jens Wolf

Zum Einstieg in das gemeinsame Arbeiten im Marta-Kunstatelier haben sich die Kinder in Begleitung der Kunstpädagogin Inga mit der Architektur des Museums beschäftigt.

Wir haben das wellige Museum erkundet um die Räume zu erfahren und einen ersten Bezug zum Ausstellungsthema bekommen. Denn Frankie, ein kleiner Dino, der nachts lebendig und riesig wird ist ein Farbenesser. Wenn niemand da ist, probiert er die Farben an den Gemälden, und stellt fest, ob sie ihm gut schmecken.

Inga fragt nach Erfahrungen der Kinder: „Ist es euch schon mal passiert, dass jemand euer Bild kaputt gemacht hat?“

Reaktion der Kinder mit Zustimmung und dem Ausdruck von Verärgerung und Empörung.

Inga: „Gavin Turk und Jens Wolf waren auch zunächst verärgert, als Frankie an den Bildern geknabbert hat. Aber beim zweiten Hinschauen fanden sie die Bilder genau richtig so.“

Nun geht es ans Praktische. Mit einer Abklebe-Technik stellen die Kinder im Kunstatelier selber solche Bilder her, auf denen etwas fehlt.

Ein Abenteuer rund um den Besuch war auch dabei. Da Pepe jemandem aus dem Zug geholfen hat, haben wir den Bus verpasst. Aufregend.

 

Starkregen bei Wildnis-Zeltlager

Aus dem Bach ist ein reißender Strom geworden, alle Zelte, Kinder, Luftmatratzen und Schlafsäcke sind sehr, sehr nass. Wie wir dennoch einen schönen Abend und ein unvergessliches Schulanfänger-Zeltlager hatten: Wir haben erst mal ausgehalten, bis das Abenteuer Sturm vorüber war. Und das war sehr spannend.
Als es dann doch recht klamm und kühl wurde, beschließen wir zusammen: „Gut, dass wir andere Orte haben, an die wir gehen können.“ Wir entscheiden uns für unsere Basisstation, das Zwergennest.
Zelten geht auch drinnen, denken wir und bauen aus trockenen Tüchern unsere Zelte. Ich werde gefragt: „Lisa, war das ein echtes Abenteuer?“, „ja“, antworte ich. „Ein richtiges echtes Abenteuer war das“.

Auch unser Mehl für die vorgesehene Pizza ist nass und unsere Vorräte vom Hagel zerstört. Spontan nutzen wir die neue Technik und geben eine Pizzabestellung durch. Manchmal ist Zivilisation sehr, sehr komfortabel.

Gezeltet haben wir trotzdem. Im Schlafraum. Das Zelt steht noch. Es war ein wunderbarer Abend.

Daumen drücken

Die Bewerbung ist raus. Unsere Teilnahme am deutschen KITA-PREIS läuft. Jetzt heisst es, abwarten und Apfelsaft trinken. Wir sind gespannt, wie sich die Jury entscheidet. Mehr Infos unter www.deutscher-kita-preis.de.

Gender auch bei uns ein Thema

Es gibt in Schweden eine KITA, die Egalia heißt. Hier werden z.B. Helden aus Märchen, die meistens männlich sind, neutral umgenannt, so dass nicht erkennbar ist, ob es sich um weibliche oder männliche Helden handelt.

Das Thema Gender begleitet uns natürlich kontinuierlich und schmunzelnd beobachten wir, wer bei uns grillt. Im Rahmen von Gender Mainstreaming ist es Mädchen und Jungen erlaubt, sich frei von traditionellen Rollenbildern zu entwickeln. Wie auf den Bildern zu sehen ist, gelingt uns dies nicht immer. Zumindestens ist es uns gelungen, unterschiedliche Greifwerkzeuge einzusetzen, so wird auf jeden Fall das Handgeschick weiter unterstützt.

Draußen sein – Luft für die Nase

Wir merken, für Kinder gibt es keine Grenzen der Phantasie. Motorsägen aus Stöcken, Traktoren aus einem Brett und alles fährt.

Zurzeit hegen und pflegen wir alles was wir gesät haben, oft nehmen wir uns die Zeit und spielen frei und kreativ. Denn bereits J.H. Pestalozzi fand: „Dein Kind sei so frei es immer kann. Lass es gehen und hören, finden und fallen, aufstehen und irren.“

Ein bisschen Arbeit ist auch da, denn wir müssen einige Ecken der Wiese mähen, da das echte Mähwerk nicht in alle Ecken gekommen ist.

Nara übernimmt das Sensen mit Überzeugung  und Begeisterung, auch wenn es anstrengende körperliche Arbeit ist. Die Kinder haben sich die Sense nochmal genau angeschaut und das Sense gemeinsam hartnäckig als Spiel umgedeutet. Die selbgebauten Motorsensen aus Stöcken könnt ihr euch auf den Bildern anschauen.

Hügel rauf, Hügel runter

Wir haben ihn entdeckt, den wunderbaren Erdhügel im Bruch. Eine echte Herausforderung für kleine Kinder, hoch zu Berge. Nachdem wir den Hügel erklimmen, können wir mit Händen und Füßen das Material Erde bewegen. Besonders unsere Kuhle im Hügel, aus Heu gebaut, das wir neben dem Hügel gefunden haben, ist ein gemütliches Nest.

Obwohl: Heute war es eine Badewanne, auch wenn wir uns das Wasser nur gedacht haben.

Sommer, Sonne, Spielen. Am Besten draußen.

Materialbeschaffung. Spielerischer Ernst – jetzt haben wir die Definition.

Genau das ist es. Kinder möchten ihre eigenen, selbst erfundenen und entdeckten Wege beschreiten. Erinnert ihr euch noch an eure Eltern? „Zieh‘ dich warm an!“, „Komm‘ nicht zu spät.“, „Mach‘ dies, lass jenes.“ Zur Entwicklung eines jeden benötigt es Freiheit, auf eigenen Wegen gehen zu dürfen.

Natürlich ist diese Freiheit altersgemäß gestaltet und somit stets pädagogisch begleitet. Es ist ein Spagat zwischen loslassen und leiten, wie ihn jedes Elternteil täglich bewältigen muss. Also stellen wir uns die Frage:

„Wie viel Raum für die eigenen Entdeckungen kann ich den Kindern geben?“

Nehmen wir als Beispiel die Absperrung der Straße beim Weidenbaum schneiden. Wir könnten es auch als Selbstwirksamkeit definieren. Natürlich nehmen wir eine wenig befahrene Straße in einem Wohngebiet, aber dennoch fahren Autos an uns vorbei.

Für das Weidenbaumschneiden hätten ein paar Warnpylonen gereicht, um die Autofahrer auf Bewegung am Straßenrand aufmerksam zu machen. Doch mit Übertragung der Aufgabe an die Kinder haben sie ihre eigenen Entscheidungen getroffen und entscheiden: Wir sperren die ganze Straße und zwar richtig. Mit Pylonen, Warnwesten und einem Seil. Es wird der zur Verfügung stehende Freiraum genutzt, um der Welt auf ihre eigene Weise zu begegnen.

Also: der Verkehr wird lahm gelegt.

Die Kinder organisieren sich selber, sprechen sich ab und handeln selbsttätig. Da heißt es für uns, sich stark zurück nehmen, überflüssig werden, keine Kommentare abgeben und vor allem uns nicht einmischen. Unsere Rolle ist in dem Fall nur: Beschützer. So werden die Grundkompetenzen, die sie zum Leben brauchen, ausgebildet. Diese Grundhaltung zieht sich durch die gesamte Aktion Forscherschule Obstwiese, beim Teekochen, Tischdecken, Feuer machen, Floß bauen und allen anderen Aktionen. Um dieses Gefühl erfahrbar zu machen, können Eltern und Interessierte natürlich nach Absprache hospitieren.

Unsere Schneespinne

Lisa hat draußen mit den Kindern eine Schneespinne gebaut und dicke Spinnenbeinenbrötchen gab es heute zum Frühstück. Eine Spinne wird noch gebacken.

 

Was macht die Kuh im Kühlschrank?

Kontinuierlich bearbeiten wir das Sternsingerthema. Dem Wasser nähern wir uns als Ressource und Energie an. Damit ein abstraktes Wort „Ressource“ greifbar wird, entscheiden wir uns für ein Beispiel aus unserem direkten Umfeld, unser Zuhause.

Wir fragen uns, wo es überall Wasser gibt und wofür es genutzt wird. Wie kommt das Wasser in die Toilette und wohin fliesst es? Mit Riesenkartons haben wir dann eine Toilette und die angrenzende Kanalisation nachgebaut und hatten und haben einen Heidenspaß. Am meisten lachen wir, wenn der Deckel aufgemacht wird und jmd. ruft: „Puh, hier stinkt’s.“

 

Gut zu wissen: Weiteres zu dem Thema: „Was macht die Kuh im Kühlschrank?“ Leuchtpol Verlag, Susanne Schubert. oder auch unter: www.kuhimkuehlschrank.de